Damit du alle Funktionen dieser Website nutzen kannst, musst du Cookies zulassen.

Akzeptieren Ablehnen

Kai Kemnitz

Unabhängiger Autor 

Geschichten aus der Welt Samyra

 Fantastische Welt - Fantastische Geschichten

Maincontent

Aktuelles

27.02.2019

Interview auf Susis Lesecke

Interview

Ich durfte der lieben Susi von Susis Leseecke (Facebook | Blog) einige Fragen beantworten.

Lieber Kai,

erst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst um heute ein bisschen über dich zu erzählen.

Wenn du dich bitte kurz vorstellen würdest.

Hallo, ich bin Kai. Sechs Katzen dulden meine Frau, mich und unsere zwei Pferde als Mitbewohner und Personal auf einem kleinen Resthof in der Nähe von Westerstede mitten auf dem Land.

Obwohl ich schon seit vielen Jahren schreibe, ist erst im November letzten Jahres mein erster Roman, „Ailcos Fluch“, erschienen, den ich im Selfpublishing über Amazon veröffentlicht habe. Vorher habe ich mich vor allem auf die Entwicklung meines Pen&Paper-Rollenspiels „Samyra“ konzentriert. Die für das Rollenspiel entwickelte Welt mit den unterschiedlichen Rassen und Kulturen dient als Grundlage für meine Geschichten.

Mehr lesen ...

Ich schreibe klassische Fantasy mit Schwerpunkt auf Low Fantasy, konzentriere mich also vor allem auf persönliche Schicksale und nicht auf große, weltumspannende Ereignisse.

1. Wolltest du schon immer Autor/in werden, wenn ja wie hat sich dieser Wunsch bemerkbar gemacht?

Das wichtigste Indiz war wohl, dass ich mir mit acht Jahren eine Schreibmaschine zu Weihnachten gewünscht habe. Die habe ich dann auch bekommen und sofort mit dem Schreiben angefangen. Das daraus entstandene Werk, „Heinz und seine Abenteuer“, kann auf meiner Website gelesen werden.

Ich habe in meiner Jugend (in der ich ein Buch nach dem anderen verschlungen habe) immer davon geträumt, auch mal ein Buch zu veröffentlichen. Letztlich hat es aber noch mehr als 30 Jahre gedauert, bis der erste Roman von mir erschien. Zuvor habe ich einige andere Berufe ausprobiert und bin dort nie glücklich geworden. Erst seitdem das Schreiben meine Hauptbeschäftigung ist, bin ich rundum zufrieden. Das spricht dafür, dass ich es schon viel früher hätte machen sollen.

2. Wie lange hast du an deinem ersten Werk gearbeitet?

Das ist zu ungenau gefragt. ;) Genau genommen war mein erstes „Werk“ das kleine Buch, das ich mit acht Jahren geschrieben habe. Aber ich denke mal, dass das nicht zählt. Ich könnte heute auch nicht mehr sagen, wie lange ich daran geschrieben habe.

Das erste veröffentlichte Buch war das Grundregelwerk zu meinem Rollenspielsystem inklusive Beschreibung der Welt, Rassen etc. Das Ganze war jedoch ein langer Entwicklungsprozess, der über fast zehn Jahre lief. Das reine Ausformulieren des Textes ging dann jedoch relativ schnell.

Interessanter für deine Leser ist wohl die Zeit bis zur Veröffentlichung des ersten Romans. Und das hängt direkt mit dem Grundregelwerk zusammen. Als ich die Regeln geschrieben habe, fehlte mir Atmosphäre. Ich habe daher jedes Regelkapitel mit einem Teil einer Geschichte begonnen. Eigentlich sollte die Geschichte in den folgenden Regelbänden weitergeführt werden. Das hat allerdings nicht geklappt, somit blieb die Geschichte lange Zeit unvollendet. Auf Drängen einiger Spieler und nicht zuletzt auch meiner Frau habe ich mich schließlich sechs Jahre nach Veröffentlichung des Grundregelwerks hingesetzt und die Geschichte beendet. Daraus ist dann „Ailcos Fluch“ entstanden. Der alte, im Grundregelwerk enthaltene Teil sind die ersten ca. 150 Seiten des Romans, die erheblich überarbeitet werden mussten, damit sie „brauchbar“ wurden.

Wie lange ich letztlich für den ersten, alten Teil gebraucht habe, kann ich nicht mehr rekonstruieren, weil der so „nebenbei“ beim Schreiben der Regeltexte entstand. Für die knapp 400 neuen Seiten habe ich etwa drei Monate bis zum fertigen Entwurf gebraucht. Und danach folgte eine ziemlich lange Überarbeitungszeit von fast fünf Monaten, was neben den Anmerkungen der Testleser und dem Korrektorat nicht zuletzt daran lag, dass der alte Teil zig Male überarbeitet werden musste, damit er zum Rest passte.

Das zweite Buch sollte schneller gehen. Momentan plane ich ungefähr ein halbes Jahr von Start bis zur Veröffentlichung – ich bin gespannt, ob das klappt.

3. Beschreibe uns doch bitte, wie du dich gefühlt hast, als es fertig war.

Egal, ob Regelwerk oder Roman: Es ist immer wunderbar, wenn man das fertige Buch das erste Mal in der Hand hält. Dummerweise falle ich nach Fertigstellung eines Projektes immer in ein tiefes Loch und weiß nichts mit mir anzufangen. Ich muss noch lernen, die Freude über die Veröffentlichung dafür zu benutzen, das Loch zu füllen, damit ich schneller herauskomme und mit dem nächsten anfangen kann. ;)

4. Wie schaffst du es, das Schreiben in deinen Alltag zu integrieren?

Eigentlich ist das Schreiben mein Alltag. ;) Es gibt Dinge, die wichtiger und dringender sind z.B. Aufträge für meine selbstständige Tätigkeit als Web- und Printdesigner, Haushalt, Termine etc., aber die meiste Zeit verbringe ich mit Schreiben. Wenn nichts Anderes anliegt, sitze ich oftmals auch zehn oder mehr Stunden am Tag am Laptop und tippe mir die Finger wund.

5. Wo/unter welchen Bedingungen schreibst du am liebsten?

Ich suche mir einen schönen Platz zum Arbeiten. Meistens im Wohnzimmer, im Winter am Kamin. Im Sommer mach ich es mir auch gerne mal auf der Terrasse gemütlich. Dann wird gute Musik angemacht und los geht’s!

6. Gibt es etwas/jemanden der dich inspiriert?

Die eine Inspirationsquelle kann ich nicht benennen. Ich versuche mit offenen Augen und Ohren durch die Welt zu gehen und mich von dem inspirieren zu lassen, was mir begegnet. Und das kann vieles sein: Bücher, Filme, Spiele, Songtexte und vieles mehr. Oft reichen schon Kleinigkeiten, um mein Kopfkino anzuschalten.

7. Woher nimmst du die Ideen für deine Bücher?

Die größte Ideenquelle ist definitiv das Rollenspiel. Ich bin seit über 25 Jahren passionierter Pen&Paper-Rollenspieler und habe schon zahlreiche Systeme gespielt. Somit habe ich (imaginär) unterschiedlichste Welten bereist, verschiedenste Charaktere entwickelt und verkörpert, zahllose Abenteuer erlebt und selber entworfen. Für mein eigenes System habe ich eine eigene Welt und eigene Rassen mit unterschiedlichsten Hintergründen und Kulturen entwickelt und beschrieben. Der Pool an Ideen für Romane ist daher nahezu unerschöpflich. Bei den Beschreibungen für das Regelwerk habe ich bewusst darauf geachtet, dass nicht alles detailliert beschrieben wird, sondern „nur“ ein stimmiges Gesamtbild geschaffen wird, damit Raum und Anregungen für Abenteuer gegeben werden. Zudem entwickelt sich die Welt durch das regelmäßige Spielen immer weiter. Wenn ich das alles weiterspinnen würde, würde mein Leben wohl nicht reichen, um alle diese Bücher zu schreiben.

Immer, wenn ich im Alltag etwas sehe, was mir gefällt, überlege ich, ob ich es für meine Welt adaptieren kann oder ob ich daraus eine Geschichte entwickeln könnte. Falls ja, wird es in ein kleines Büchlein geschrieben und für die Zukunft festgehalten. Ob es jemals Verwendung finden wird, wird sich zeigen. ;)

Zu guter Letzt kommen einige Ideen auch ohne mein Zutun. Sie sind dann plötzlich da – oftmals zu ungünstigen Zeitpunkten, z.B. unter der Dusche oder beim Einschlafen – und wollen nicht mehr weggehen. Auch das landet dann im kleinen Büchlein.

Meine Liste an möglichen Romanthemen wächst somit stetig und am liebsten würde ich fünf Bücher auf einmal schreiben – was aber wohl dazu führen würde, das keines davon je fertig wird. ;)

8. Wie reagiert dein Umfeld auf deine Tätigkeit als Autor/in?

Die Begeisterung für die Regelwerke ist in der Familie eher verhalten. Meine Frau hat sie in Teilen gelesen, oftmals aber eher widerwillig und nur mir zuliebe. Die Begeisterung dafür kommt aus den Reihen der Spieler. ;) Als ich mit dem Schreiben des Romans angefangen habe, hat sich das dann schlagartig geändert. Meine Frau hat die Texte verschlungen und schon während der Entwurfsphase gelesen. Das war sehr hilfreich, weil ich in einem sehr frühen Stadium bereits eine Rückmeldung hatte. Sie ist zum einen meine stärkste Kritikerin (nach mir selbst) und zum anderen eine große Hilfe, weil sie mir durch zahlreiche Diskussionen und Vorschläge aus Plotlöchern hilft oder mich bei Entscheidungen unterstützt, wenn ich mal nicht weiß, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln soll. Der Nachteil an der Sache: Sie drängelt und will immer neue Sachen lesen – und das schneller als ich schreiben kann. ;)

Meine Mutter ist neben meiner Frau wohl mein größter Fan. Sie hat sowohl die Regelwerke als auch den Roman mehrfach Test und Korrektur gelesen und war immer begeistert. Und auch sie hibbelt momentan herum und will Nachschub haben – und das, obwohl sie weder Rollenspiele spielt noch Fantasy liest. Aber gut, sie ist eben meine Mutter ...

Bei meinem Vater sieht das etwas anders aus. Für ihn ist die ganze Schreiberei wohl eher brotlose Kunst. Wenn es nach ihm ginge, wäre ich lieber Arzt oder Anwalt geworden. Ich bin gespannt, ob er irgendwann mal ein Buch von mir lesen wird.

Das restliche Umfeld – andere Familienangehörige, Freunde und Bekannte – reagieren sehr unterschiedlich. Viele sind erstaunt, dass ich ein soooo dickes Buch geschrieben habe (hier wieder die Diskrepanz zwischen Regelwerken und Roman: Die Regelwerke sind erheblich umfangreicher und mit sehr viel mehr Text ...). Die, die den Roman gelesen haben, sind voller Lob und Anerkennung.

Generell kann ich wohl sagen, dass mein Umfeld akzeptiert hat, dass ich mich für das Autorenleben entschieden habe. Für viele ist das nur einfach eine völlig fremde Welt und fern ab von allem, was sie sich vorstellen können.

9. Schreiben und Familienleben unter einen Hut zu bringen, stelle ich mir schwierig vor. Wie schaffst du das, und wie geht deine Familie damit um?

Hm... hier könnte ich die Antwort auf die letzte Frage kopieren. ;) Meine Frau freut sich über jedes neue Kapitel und begrüßt meine Schreiberei daher. Kinder, die mich ablenken könnten, haben wir nicht. Ansonsten ist in meinem Alltag (zum Glück!) nicht so viel los, dass ich dadurch am Schreiben gehindert werden könnte.

10. Wie gehst du mit Kritik um?

Man kann es nicht allen recht machen, und solange die Kritik begründet und konstruktiv ist, kann ich damit gut umgehen. Letztlich ist Kritik die beste Möglichkeit, um sich zu verbessern. Bloße Anfeindungen bringen mich jedoch auf die Palme – sie sind nur eine Verschwendung von Lebenszeit!

11. Was darf beim Schreiben niemals fehlen?

Musik!

12. Du bist alleine irgendwo im Wald unterwegs weil du einfach mal Ruhe vom Alltag brauchst, plötzlich kommt dir ein genialer Plot in den Sinn. Du hast jedoch weder Papier und Stift zur Hand und auch kein Handy dabei. Wie reagierst du?

Gelassen. Es wird nichts Schlimmes passieren, wenn ich den Plot vergessen sollte. Und wenn er wirklich so überwältigend genial ist, dann werde ich ihn mir schon merken oder mich später wieder daran erinnern.

Vielen lieben Dank, dass du dich meinen Fragen gestellt hast.

Möchtest du zum Abschluss deinen Lesern noch etwas mitteilen?

Wenn meine Leser ein paar vergnügliche, spannende und fantastische Stunden mit meinen Büchern verbringen, machen sie mich zu einem glücklichen Menschen. Vielen Dank dafür!

Natürlich auch lieben Dank an dich, Susi, dass ich mich hier präsentieren durfte – und auch an all die anderen Blogger, die uns Autoren unterstützen!

Weniger anzeigen ...

Kommentar schreiben

Neuen Kommentar schreiben

Du musst noch 90 Sekunden bis zu deinem nächsten Kommentar warten.


Stichwörter: aktuell, autor, interview

20.12.2018

Interview auf helenscreativeobsession

Interview

Die liebe Helen von helenscreativeobsession hat mir einige sehr interessante Fragen gestellt, die ich ihr gerne beantwortet habe. Den Originaltext findet ihr hier: helenscreativeobsession.

Wie hat es sich angefühlt, das erste Exemplar von «Ailcos Fluch» in den Händen zu halten?

Das erste Exemplar, das ich in den Händen hielt, war ein recht früher Probedruck – und das war ziemlich ernüchternd. Durch den einfachen (und schlechten) Word-Buchsatz zusammen mit dem weißen Papier wirkte das Buch wie eine Doktorarbeit und nicht wie ein Roman. Außerdem waren die Farben des Covers nicht so, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Da musste ich also nochmal ran …

Der zweite Probedruck mit ordentlichem Buchsatz, cremefarbenem Papier und den richtigen Coverfarben war dann schon deutlich zufriedenstellender. Nur die blöde Banderole, die Amazon auf das Cover von Probedrucke druckt, störte.

Das wirkliche Hochgefühl kam erst, als die Kartons mit den Rezensionsexemplaren kamen. Da kam schon ein wenig Stolz und Freude durch.

Mehr lesen ...

Dazu sollte jedoch gesagt werden, dass Ailcos Fluch nicht meine erste Veröffentlichung war, sondern lediglich der erste Roman. Ich arbeite seit vielen Jahren an meinem Rollenspielsystem »Samyra«, in dessen Welt Ailcos Fluch spielt. Für das Rollenspiel sind bereits zwei Regelwerke erschienen. Das Hochgefühl einer Erstveröffentlichung hatte ich daher schon an das Grundregelwerk »vergeben«.

Erstaunlicherweise bekomme ich von anderen Leuten mehr Anerkennung für die Veröffentlichung des Romans als für die Regelwerke, obwohl die Regelwerke sehr viel mehr Arbeit waren und um ein Vielfaches mehr Text beinhalten.

Aber ich schweife etwas von der Frage ab …

Womit hast du beim Schreibprozess Mühe und was macht dir am meisten Spass?

Bei Ailcos Fluch haben sich vor allem die Dialoge oftmals heftig gewehrt. Jetzt, beim Schreiben des zweiten Bandes, gehen sie mir deutlich einfacher von der Hand, dafür sträuben sich die Beschreibungen von Orten und Personen mehr. Das liegt vor allem daran, dass ich sie lebendiger gestalten möchte als in Ailcos Fluch, wo viele Beschreibungen (überspitzt ausgedrückt) nur aus »Die Decke ist weiß, der Boden aus Holz, links steht ein Regel, in der Mitte ein Tisch« bestehen. Da gibt es schönere Formulierungen – doch die zu finden, bereitet an mancher Stelle Mühe.

Was mir sehr leicht fällt, sind Actionszenen, insbesondere Kämpfe. Ich denke, das liegt an meiner Rollenspielerfahrung. Am Spieltisch laufen Kämpfe rundenbasiert ab, und darauf greife ich auch beim Schreiben zurück. Dadurch lassen sich selbst hektische Kämpfe mit zahlreichen Beteiligten vernünftig strukturieren und recht einfach schreiben. Ein klares Bild der Handlungen, der Bewegungsabläufe etc. erleichtert dann schließlich die Beschreibung.

Abseits des reinen Schreibens mag ich die Planung der Handlung – hier noch etwas einbauen, dort eine (hoffentlich) unerwartete Wendung, hier noch ein wenig am Charakter schrauben, vielleicht doch noch einen Schauplatz mehr? Das macht Spaß und auch hier kommt mir wieder meine Rollenspielerfahrung zugute – und natürlich die genaue Kenntnis meiner selbst entwickelten Welt mit ihren Eigenschaften, Rassen, Kulturen etc.

Sehr viel Freude macht es mir, wenn mich meine Charaktere überraschen und einfach nicht das tun, was ich für sie geplant habe, sondern sie sich aufgrund des Schreibflusses entwickeln. Die meisten dieser »Missgeschicke« versuche ich zu verwenden und einzubauen – selbst wenn das bedeutet, dass ich nochmal zig Kapitel überarbeiten muss, damit alles harmoniert. Aber wenn der Charakter gerne so sein möchte, dann möchte ich ihm nicht im Wege stehen. ;)

Bist du ein Plotter/Planner oder ein Pantser?

Du stellst ungünstige Fragen. Ich habe sowieso das Gefühl schon viel zu viel zu schreiben – und auch hier geht es nicht kurz.

Ailcos Fluch hat eine relativ lange Entstehungsgeschichte. Als ich 2012 endlich aus meiner Lose-Zettel-Sammlung ein Regelwerk für mein Rollenspiel gemacht habe, war es mir zu langweilig, einfach nur Regelkapitel zu schreiben. Es fehlte die Atmosphäre, die kleinen Details der Welt, die Charakterzüge der Rassen etc.. Daher beschloss ich, jedes Kapitel mit einem Teil einer Geschichte zu beginnen, die sich durch das gesamte Regelwerk zog. Plotten war damals ein Fremdwort für mich (bzw. durch mein Architekturstudium mit einer anderen Bedeutung belegt). Das einzige Ziel war, dass der Inhalt des Geschichtsteils ungefähr mit dem des Regelteils zusammenpasste. Daraus entstand die Idee einer »Stadtführung«, in der die Protagonisten auf unterschiedliche, passende Örtlichkeiten und Personen trafen. Die »Handlung« entstand dann dadurch, dass ich mir irgendwas ausdenken musste, warum sie dort waren. Mit Plotten hatte das ganze recht wenig zu tun, es »passierte« einfach so während des Schreibens. In dieser Phase war ich also ein reiner Pantser.

Die Idee war eigentlich, die Geschichte in den weiteren Regelbänden fortzuführen, doch das stellte sich schon beim nächsten Band als nicht praktikabel heraus. So blieb die Geschichte unvollendet.

2018 habe ich dann den Entschluss gefasst, sie endlich abzuschließen – nicht zuletzt auf Drängen meiner Frau und einiger Spieler, die gerne wissen wollten, wie sie weitergeht. Ich hatte mir vorher nie Gedanken darüber gemacht, wie sie enden oder wo sie hinführen soll. Ich habe allerdings schnell gemerkt, dass ich kaum eine Chance hatte, die teilweise recht vermurkste Geschichte hinzudrehen, ohne ihren weiteren Verlauf zumindest in Ansätzen zu planen. Daraus entstand dann Ailcos Fluch. Dennoch waren nur die Grundzüge geplant, vieles passierte nach wie vor während des Schreibens. In der Phase war ich also irgendwie ein Zwischending zwischen Plotter und Pantser.

Jetzt, beim zweiten Band, bin ich vollends zum Plotter geworden. Das liegt vor allem daran, dass die Fortsetzung als Zweiteiler geplant ist und ich dort deutlich mehr Übersicht brauche, damit alles zusammenpasst und die Spannungsbögen und Charakterentwicklungen nicht völlig aus dem Ruder laufen. Ich bin also jetzt beim Plotter angekommen und bin damit sehr zufrieden. Ich bin mir zwar sicher, dass ab und an auch mal wieder ein Charakter machen wird, was er will, aber ich bin jetzt besser darauf vorbereitet.

Wieso hast du dich fürs Selfpublishing entschieden?

Weil ich veröffentlichen wollte. Ich bin zwar der Meinung, dass ich ein gutes Buch geschrieben habe, aber dennoch ist die Chance, einen Verlag zu finden, verschwindend gering und vor allem mit viel Aufwand verbunden. Dazu hatte ich schlicht keine Lust. Exposés schreiben und Agenten anheuern, nur für die minimale Hoffnung, einen Verlag zu finden? Das war mir einfach zu viel Arbeit. Und selbst wenn sich ein Verlag gefunden hätte, hätte es vermutlich danach noch lange gedauert, bis das Buch überhaupt erschienen wäre. Wozu der ganze Umstand, wenn es über das Selfpublishing so einfach, entspannt und kostenlos geht?

Abgesehen davon habe ich mir noch nie gerne in meine Projekte reinreden lassen. Ich mag es, dabei über alles die Kontrolle zu haben (übrigens ganz im Gegensatz zu meinem restlichen Leben, da gebe ich gerne mal die Kontrolle ab). Und zumindest ein stückweit hätte ich die abgeben müssen. Abgesehen davon war es für mich als selbstständiger Web- und Printdesigner kein großes Unterfangen, Buchsatz, Cover, Website etc. selbst zu erstellen.

Also kurz zusammengefasst: Faulheit, Ungeduld und die Befürchtung eines Kontrollverlusts.

Was hältst du von den Vorurteilen gegenüber Selfpublishing?

Genauso viel wie von allen Vorurteilen: Nichts. Vorurteil bedeutet ja nichts anderes, als dass sich jemand nicht fundiert mit etwas auseinandergesetzt hat und ein pauschalisiertes Urteil über etwas fällt, von dem er eigentlich keine Ahnung hat. Das wird keinem Thema gerecht, dem Selfpublishing auch nicht. Sicher gibt es im SP viele Bücher, die es nie durch die Qualitätssicherung der Verlage geschafft hätten – manche auch völlig zurecht. Doch auch bei Verlagsbüchern gibt es sehr schlechte Vertreter. Und wenn man auf der anderen Seite sieht, dass viele ehemalige Verlagsautoren ihre Backlists im SP veröffentlichen oder sogar zweigleisig fahren, kann das SP ja nicht ganz schlecht sein. Ich sehe das SP eher als Möglichkeit, Bücher zu veröffentlichen, die nicht nach allen gängigen Standards glattgeleckt sind – und wie alles, was vom Standard abweicht, hat auch das SP daher mit Vorurteilen zu kämpfen.

Dein meistgehasstes Klischee gegenüber Autoren?

Öhm... ich kenne gar keine. Mal davon abgesehen, dass alle leidenschaftlichen Autoren irgendwie einen an der Waffel haben - genauso wie auch alle anderen Menschen, die sich leidenschaftlich mit etwas befassen. Da wären wir dann wieder bei den Vorurteilen (Klischees sind ja letztlich nichts anderes.), die ja nur daraus resultieren, dass man vom Standard abweicht. Bei uns Autoren kriegen das nur mehr Leute mit. ;)

Angenommen du bist im Besitz einer Zeitmaschine und könntest damit in die Vergangenheit reisen. Was würdest du deinem früheren Ich bezüglich des Schreibens und Veröffentlichens sagen?

»Fang früher an und warte nicht erst 30 Jahre!« Mein erstes »Buch« habe ich mit acht Jahren geschrieben, ich wollte schon immer Schriftsteller werden. Aber ich habe mich den gesellschaftlichen Standards gebeugt und meine Leidenschaft in den Hintergrund gestellt. Heute bereue ich das, freue mich aber gleichzeitig, dass ich meinen Weg endlich gefunden habe. Aber nicht auszudenken, wie viele Bücher ich in den vergangenen Jahren hätte veröffentlichen können …

Du könntest für den Rest deines Lebens nur noch eine der beiden Tätigkeiten ausüben: Lesen oder Schreiben?

Schreiben. Irgendwo muss der Quark aus meinem Kopf ja hin. Lesen würde nur noch mehr produzieren, ich glaube, das würde ich auf Dauer nicht aushalten. ;)

Welche Ziele hast du als Autor noch?

Ich bin ja noch ganz am Anfang. Erstmal eine Fanbase aufbauen, fleissig weiterschreiben, besser werden. 2019 sollen der zweite und dritte Teil von Ailco erscheinen. Das fühlt sich nach einem recht straffen Ziel an, aber ich werde hart daran arbeiten, es zu erreichen. Alles andere wird die Zeit zeigen. Ideen habe ich dank meiner ausgearbeiteten Welt unzählige, es werden also weiterhin Bücher folgen.

Weniger anzeigen ...

Kommentar schreiben

Neuen Kommentar schreiben

Du musst noch 90 Sekunden bis zu deinem nächsten Kommentar warten.


Stichwörter: aktuell, autor, interview

05.12.2018

Gelungener Fantasyroman in einer wunderbar gestalteten Welt

Rezension zu Ailcos Fluch

Frontcover von Ailcos Fluch

Rezension von der Bücherliebhaberin auf Amazon. - Vielen Dank dafür!

Bewertung: 5 Sterne5 von 5 Sternen

»Ailcos Fluch« beginnt mit dem Eintreffen Ailcos in der Gefangenenstadt Kal Hadun, in die er lebenslänglich verbannt wurde. Er hat alles verloren, seinen Rang, seine gesellschaftliche Stellung und alle Annehmlichkeiten seines früheren Lebens.

Die Stadt wird dabei atmosphärisch sehr schön beschrieben, man kann den ganzen Siff und Dreck förmlich riechen. Nach und nach schließen sich Ailco Gefährten an, die alle in Kal Hadun leben. Das Abenteuer beginnt. Doch kurz darauf hat Ailco seltsame Halluzinationen und Visionen, denn das Böse erwacht in ihm … Und der Kampf gegen das Böse beginnt.

Dem Buch liegt ein Rollenspiel zugrunde, in dem eine ganze Welt "Samyra" ausgearbeitet und beschrieben worden ist. Das merkt man an den zahlreichen liebevoll ausgestalteten Details wie Rassen, Kulturen, eine eigene Währung usw. Ich finde diese Vorarbeit bemerkenswert, sie trägt erheblich dazu bei, dass sich der Roman stimmig und in sich logisch liest. Der Roman ist sehr spannend geschrieben und liest sich flüssig.

Mehr lesen ...

Ailcos Fluch hat mich als atmosphärisch dichter Fantasyroman überzeugt. Besonders haben mir die richtig gut aufgebauten Kampfszenen gefallen und der schön ausgearbeitete Plot, der auch einige Überraschungen bietet.

Für Leser, die einen Fantasyroman mit reichlich Action und Abenteuer suchen, ist »Ailcos Fluch« sehr empfehlenswert. Ich habe mich beim Lesen sehr gut unterhalten und gebe fünf Sterne. Auf weitere Abenteuer von Kai Kemnitz bin ich sehr gespannt!

Weniger anzeigen ...

Kommentar schreiben

Neuen Kommentar schreiben

Du musst noch 90 Sekunden bis zu deinem nächsten Kommentar warten.


Stichwörter: ailco-fluch, aktuell, rezension

03.12.2018

Packende Fantasy mit tollen Charakteren

Rezension zu Ailcos Fluch

Frontcover von Ailcos Fluch

Rezension von Vero von Veros Bücherblog (Instagram) und Büchersüchtiger Bücherwurm (Facebook).

Bewertung: 5 von 5 Sternen

Das Cover ist sehr düster und hat mich total neugierig gemacht. Es verspricht schon eine spannende Story.

Mit dem Schreibstil konnte ich mich ab der ersten Seite super anfreunden. Er ist düster und doch locker/ leicht an den richtigen Stellen.

Die Geschichte um Ailco und seinen Gefährten hat die volle Bandbreite. Ich musste lachen, weinen und mitfiebern. Es war einfach alles dabei. Die Geschichte ist sehr spannend und es kommt einfach immer was neues, womit man nicht gerechnet hat. Langeweile ist dort fehl am Platz.

Mehr lesen ...

Der Zwiespalt der in Ailco erwacht, hat der Autor super rübergebracht und die Stärke von Ailco hat mich umgehauen.

Die Charaktere sind gut getroffen und es ist von allem etwas dabei, jeder wird dort seinen Liebling finden. Ich habe mich von der ersten Sekunde an in Xala verliebt. Sie ist knuffig, quirlig und doch eine Kämpferin und loyal.

Wer auf Fantasy steht und in eine Geschichte voller Action und Spannung tauchen will, ist dort genau richtig.

Weniger anzeigen ...

Kommentar schreiben

Neuen Kommentar schreiben

Du musst noch 90 Sekunden bis zu deinem nächsten Kommentar warten.


Stichwörter: ailco-fluch, aktuell, rezension

29.11.2018

Ein Fantasyerlebnis der ersten Klasse

Rezension zu Ailcos Fluch

Frontcover von Ailcos Fluch

Rezension von Nina_Ravenclaw auf Lovelybooks

Bewertung: 5 Sterne 5 von 5 Sterne

Buchtitel: Ailcos Fluch

Autor: Kai Kemnitz

Cover: Das Cover, ist ziemlich düster gehalten und verspricht Spannung pur

Entdeckt: Ich habe das Buch, auf Lovelybooks entdeckt und schließlich für eine Leserunde gewonnen. Meine erste Leserunde, und ich bin stolz sagen zu können, dass ich diese mit so einem spannenden Buch und so lieben Menschen habe erleben dürfen

Klappentext: Das Böse lauert …

Die Magier verbannen Ailco, einstmals Hauptmann der Stadtwache, in die berüchtigte Gefängnisstadt Kal Hadun.

Mehr lesen ...

Während er mit Hilfe des langjährigen Insassen Alharrassan die Stadt erkundet, wird er von Albträumen und Halluzinationen befallen, die sich stetig verschlimmern.

Bald offenbart sich, dass hinter der vermeintlichen Krankheit eine Bedrohung lauert, die nicht nur Ailcos Leben gefährdet. Doch eine Rettung scheint es nur außerhalb der Mauern von Kal Hadun zu geben

Hingabe oder Widerstand? Du musst dich entscheiden, wenn das Böse in dir erwacht.

Landschaft: Das Buch, sticht gerade wegen der vielen Orte bzw Kulissenwechsel hervor. So vielschichtig und faszinierend, stolpert man von einem Ort zum nächsten

Protagonisten: In diesem Buch, sind viele verschiedene Protagonisten/ Wesen versammelt. So viele und außergewöhnliche, dass ich mir gewünscht hätte, eine kleine Liste im Buch gehabt zu haben, die alle Bezeichnungen der Wesen auflistet. Jeder Protagonist, hatte seine hervorragende Persönlichkeit, die auch in größeren Gruppen hervorstach. Eine Tatsache, die mich sehr erleichtert hat, da mir das in einem Buch sehr wichtig ist.

Das einzige, was ich zu bemängelt habe ist die Liebesgeschichte zwischen (wird aus Spoilergründen nicht verraten) .. und.., da sich diese in meinen Augen, zu schnell ereignet hat. Mir persönlich, fehlte der passende Moment bzw die passende Zeit, da sie in meinen Augen nicht genug Zeit miteinander verbracht haben, um so dermaßen in Liebe sein zu können. Ich hätte mir einen langsam wachsenden Aufbau von Gefühlen gewünscht. Jedoch möchte ich nochmal betonen, dass das nur meine persönliche Meinung ist.

Die Traumsquenzen und Halluzinationen von Ailco, fand ich wiederum super in Szene gesetzt. Mal war er damit total und bis über beide Ohren überfordert, mal kam er damit besser zurecht, was das ganze für mich realistisch gemacht hat

Schreibstil: Der Schreibstil, ist so dermaßen flüssig, dass ich trotz Lernen für die Abschlussprüfungen schnell mit dem Buch durchgekommen bin

Fazit: Ich werde Band zwei auf alle Fälle lesen

Seit diesem Buch, lese ich wieder mehr Fantasyromane

Weniger anzeigen ...

Kommentar schreiben

Neuen Kommentar schreiben

Du musst noch 90 Sekunden bis zu deinem nächsten Kommentar warten.


Stichwörter: ailco-fluch, aktuell, rezension

1 2 3 4 5

Newsletter abonnieren

Ihr wollt keine neuen Artikel mehr verpassen? Dann tragt euch für den Newsletter ein und erhaltet eine Mail, wenn ein neuer Artikel erscheint!