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Kai Kemnitz

Unabhängiger Autor 

Geschichten aus der Welt Samyra

 Fantastische Welt - Fantastische Geschichten

Maincontent

Aktuelles

23.08.2019

Lesung

in Oldenburg

Am 20. September 2019 lese ich um 19:00 Uhr im Itemstar in Oldenburg (Haarenstraße 43) aus »Ailcos Fluch«.

Plakat zur Lesung im Itemstar

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Stichwörter: ailco-fluch, aktuell, lesung

13.08.2019

Interview auf Inas Bücherregal

6 aus 49 - Das etwas andere Interview

Interview

Auf Inas Bücherregal (Facebook und Blog) gibt es regelmäßig »6 aus 49 - Das etwas andere Interview«. Dafür hat Ina einen Fragenkatalog mit 49 Fragen zusammengestellt und der Interviewpartner wählt nur anhand der Nummer, welche Fragen er beantworten möchte - ohne zu wissen, was sich hinter der Nummer versteckt.

Auch ich durfte ein wenig "Fragenlotto" spielen. Es waren wirklich ungewöhnliche Fragen dabei, die mal von den Standardfragen abwichen - hat wirklich Spaß gemacht, sie zu beantworten. Danke, Ina, dass ich dabei sein durfte!

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6 aus 49 - Das etwas andere Interview

Heute möchte ich Euch den Autor Kai Kemnitz vorstellen, einen unabhängigen Autor, der ohne Verlag im Hintergrund alle seine Bücher in Eigenregie veröffentlicht. 1977 geboren und in Niedersachsen aufgewachsen, wohnt er heute mit seiner Frau und einigen Tieren auf einem »Resthof«.

Als Verfasser der Regelwerke des Pen&Paper-Rollenspiels Samyra, zu dem er auch die dazugehörende Welt entwickelt, liegt es Nahe, dass seine klassischen Fantasy-Romane auch auf dieser Welt spielen. Anfang August erschien sein neuestes Buch »Ailcos Suche«, sein Buch »Ailcos Fluch« ist für den Deutschen Selfpublishing-Preis 2019 nominiert!

Ina: Hallo Kai, schön das Du hier bist und vielen Dank dass Du Dich meinen Fragen stellst ;-)

Nenne mir bitte Deine 6 Zahlen zwischen 1-49

Kai Kemnitz: Also dann nehme ich die 2, 8, 15, 22, 27 und 31.

Ina: Super, vielen Dank. Ich bin auf Deine Antworten gespannt.

Ina: Frage 2: Was war deine folgenschwerste Entscheidung?

Kai Kemnitz: Es gibt vieles, was mein Leben verändert hat (und damit „schwere Folgen“ hatte). Das waren jedoch alles Entscheidungen, die ich nicht (mehr) bereue. Somit fällt es schwer, sie als „folgenschwer“ zu bezeichnen, weil das für mich einen recht negativen Beigeschmack hat. Ich habe in den letzten Jahren viel an mir selbst gearbeitet und durfte erkennen, dass jede Entscheidung – so doof sie zunächst scheint – eine gute Entscheidung ist, denn sie macht uns zu dem, was wir sind. Dadurch konnte ich mit vielen Dingen abschließen, die mich in der Vergangenheit belastet haben und die ich bis vor einigen Jahren noch als „folgenschwer“ bezeichnet hätte. Aber alle diese Entscheidungen haben dazu geführt, dass ich jetzt der Mensch bin, der ich bin – und ich bin damit recht zufrieden.

Ina: Dem kann ich mich nur anschliessen. Ich bin auch der Meinung das alle Entscheidungen uns zu dem machen was wir sind, egal ob es gute oder schlechte Entscheidungen /Erfahrungen waren.

Ina: Frage 8: Was hast du aus den Fehlern deiner Eltern gelernt?

Kai Kemnitz: Dafür müsste zunächst geklärt werden, ob damit Dinge gemeint sind, die meine Eltern als Fehler ansehen oder die ich als Fehler meiner Eltern ansehe. Ersteres kann ich nicht beantworten, weil ich keine Ahnung habe, was meine Eltern als ihre Fehler sehen. Bei Letzterem verweise ich gerne auf die erste Frage. Letztlich sind Fehler ja nur Entscheidungen, die getroffen werden und mit denen man am Ende nicht zufrieden ist. Da mich aber alle Entscheidungen meiner Eltern zu dem gemacht haben, was ich heute bin, kann ich ihnen keine Fehler vorhalten. Spontan fällt mir nur eine Sache ein, die ich anders machen würde als meine Eltern – die ist allerdings sehr privat, daher bitte ich um Verständnis, dass ich sie hier nicht preisgeben werde. Grundsätzlich würde ich sagen, dass ich durch die Stärken meiner Eltern sehr viel mehr gelernt habe, als durch ihre Fehler.

Ina: Das verstehe ich, man muss nicht alles in der Öffentlichkeit breit treten.

Ina: Frage 15: Wie bist du zu deinem aktuellen Beruf gekommen?

Kai Kemnitz: Eigentlich recht simpel: Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Nachdem ich nach dem Studium in einem todlangweiligen Job gelandet bin, war es irgendwann Zeit, umzudenken. Und da habe ich mich spontan entschlossen, mein eigenes „Ding“ zu machen. Ich habe damals schon viel im Web- und Printdesign gemacht – und da lag es nahe, das auch beruflich zu machen. Vor kurzem ist dann noch das Schreiben als Nebenerwerb hinzugekommen. Welche der beiden Tätigkeiten sich langfristig durchsetzen und Haupteinnahmequelle werden wird, wird sich wohl erst in den nächsten Jahren zeigen.

Ina: Das ist toll, quasi das Hobby zum Beruf gemacht. Beneidenswert ;-)

Ina: Frage 22: Wo siehst du dich in ein/fünf/zehn Jahren?

Kai Kemnitz: Bestsellerautor, Millionen auf dem Konto, Verfilmungen meiner Bücher ... oder im Ernst: Ich glaube, es wird sich in den nächsten Jahren nicht viel Gravierendes ändern. Sicher werden in fünf oder zehn Jahren deutlich mehr Bücher von mir erhältlich sein, aber alles andere ...? Ich habe eine liebe Frau, ein schönes Heim, einen zufriedenstellenden Job, einen Haufen Haustiere ... und meine Schreiberei. Was sollte ich mehr wollen?

Ina: Das hast du schön gesagt. Manchmal muss man sich auf das wesentliche Besinnen um zu merken dass man alles hat was einen glücklich macht.

Ina: Frage 27: Was ist dir total egal?

Kai Kemnitz: Für viele wohl völlig unverständlich, aber: mein Handy. Ich habe mir das Ding vor einigen Jahren mal zugelegt, als ich noch täglich zur Arbeit pendeln musste. Seitdem ich das nicht mehr mache, liegt das Teil eigentlich nur rum, wird oftmals mehrere Tage nicht angeguckt und hat auch häufig keinen Strom. Alle paar Tage schaue ich mal drauf, ob irgendetwas Weltbewegendes passiert ist, aber meistens erwarten mich dann nur unwichtige WhatsApp-Nachrichten, ohne die ich auch keinen Deut schlechter gelebt hätte – also, who cares?

Ina: Ui, ich glaube das können die wenigsten nachvollziehen. Auch ich muss gestehen, dass ich ohne Handy ziemlich aufgeschmissen wäre.

Ina: Frage 31: Was würdest du an dir selber ändern, wenn du könntest?

Kai Kemnitz: Ich mag diese Frage nicht – nicht nur hier, sondern generell. Warum muss man immer etwas an sich ändern wollen? Das impliziert ja, dass man mit sich selbst nicht zufrieden ist. Das ist eine schreckliche Vorstellung und macht das Leben zu einer Belastung. Wie in der ersten Frage schon geschrieben, habe ich in den letzten Jahren viel an mir gearbeitet und sehe mich und das Leben in einem etwas anderen Licht. Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe und wie ich bin – mit allen Fehlern und Macken. Ich akzeptiere sie, sie gehören zu mir und sie machen mich zu dem, was ich bin. Wäre ich noch ich, wenn ich sie nicht hätte?

Ina: Ich würde sagen das ist ein schönes Schlußwort.

Vielen Dank für das interessante Interview.

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Stichwörter: aktuell, autor, interview

05.08.2019

Ailcos Suche ist erschienen

Ab sofort bei Amazon erhältlich!

Es ist endlich so weit: »Ailcos Suche« ist erschienen und seit heute bei Amazon erhältlich!

Erhältlich als Taschenbuch für 17,99 € (Amazon) und als Kindle-E-Book für 3,99 € (Amazon).

Für die Vielleser unter euch ist es natürlich auch in KindleUnlimited enthalten.

Ailcos Suche: Erster Fokus

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Stichwörter: ailco-suche, aktuell, info

30.07.2019

Deutscher Selfpublishing-Preis

»Ailcos Fluch« ist nominiert!

Front von Ailcos Fluch

Großartige Neuigkeiten! »Ailcos Fluch« ist für den Deutschen Selfpublishing-Preis 2019 nominiert!

Der Deutsche Selfpublishing-Preis wurde erstmals 2017 verliehen und zeichnet herausragende Bücher von Selfpublishern aus.

Von Mai bis Juni diesen Jahres lief die Bewerbungsphase für die beiden Kategorien »Belletristik & Kinder- und Jugendbuch« und »Sachbuch & Ratgeber«. Bereits Anfang Mai habe ich »Ailcos Fluch« angemeldet und habe dann mit Spannung verfolgt, wie sich immer mehr Bücher beworben haben. Insgesamt über 1300 Titel haben sich für die Kategorie Belletristik beworben (und etwas mehr als 500 für die Kategorie Sachbuch). Nachdem sich einen Monat lang die Vorjury mit allen Bewerbern beschäftigt hat, wurde heute die Longlist mit zwölf Titeln in jeder Kategorie bekanntgegeben – »Ailcos Fluch« hat es geschafft und ist damit jetzt offiziell für den Preis nominiert!

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Ich freue mich riesig! Ich hätte niemals gedacht, dass ich diesen ersten Schritt schaffen würde!

Jetzt liegt die Entscheidung in den Händen der Fachjury. Bis zum 17.09.2019 werden sie die Bücher lesen und beurteilen und aus den Nominierten eine Shortlist mit jeweils sechs Titel pro Kategorie erstellen. Aus diesen werden dann auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober die beiden Sieger gekürt. Es heißt also: Daumen drücken!

In der Zwischenzeit werden alle Nominierten auf unterschiedlichen Kanälen (Presse, Buchhandel, Blogger, Social Media) bekannt gemacht und vorgestellt.

Egal, ob ich es noch weiter schaffe: Für mich ist die Nominierung ein riesiger Erfolg!

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Stichwörter: ailco-fluch, aktuell, info, presse

22.04.2019

Interview auf Reading is like taking a journey

Interview

Im Rahmen ihrer Aktion "Look around - Gesichter des Fantasy" hat mir Ann-Sophie von Reading is like taking a journey einige spannende Fragen gestellt, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

1. Würdest du am Anfang ein wenig über dich erzählen? Was bist du für ein Mensch? Was macht dich aus?

Ich bin vor allem ein Mensch, der schlecht etwas über sich selbst erzählen kann. Daher beginne ich mit dem einfachen Teil – den Fakten: Ich bin vor einigen Tagen 42 Jahre alt geworden. Ich bin verheiratet und wohne zusammen mit meiner Frau auf einem kleinen Resthof mitten auf dem Land. Unsere ständigen Mitbewohner sind sechs Katzen, zwei Pferde und seit kurzem vier Laufenten. Ich verdiene meine Brötchen als selbstständiger Web- und Printdesigner, was als Selfpublisher den großen Vorteil mit sich bringt, dass ich mich ohne zusätzliche finanzielle Belastung um die Gestaltung meiner Bücher selber kümmern kann.

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Es war ein langer Weg mit viel auf und ab, bis ich herausgefunden habe, was mich ausmacht. Ich liebe meine Freiheit und Selbstbestimmung. Nichts ist schlimmer für mich als ein »Muss« - da mache ich ganz schnell dicht und stelle mich quer. Gepaart mit meiner Sturheit hat das schon seltsame Blüten getragen. Jeden Tag von morgens bis abends im Büro sitzen und repetitive Arbeiten erledigen, ist nichts für mich und macht mich – wie die Vergangenheit gezeigt hat – krank. Ich muss meiner Kreativität freien Lauf lassen können – und diese Möglichkeit habe ich sowohl bei meiner beruflichen Tätigkeit als auch bei meiner Schreiberei gefunden.

Dafür, dass du vermeintlich schlecht darin bist, hast du uns wahnsinnig viel erzählt! Danke dafür! Wo hat die Geschichte deines Autorenlebens eigentlich ihren Anfang? Wie hast du zum Schreiben gefunden?

Ich habe schon als kleiner Junge mit dem Schreiben angefangen. Mit acht Jahren habe ich mir eine Schreibmaschine (damals noch mechanisch, so richtig mit Farbband und klappernden Tasten) zu Weihnachten gewünscht und sie auch bekommen. Darauf (und teilweise auf der elektrischen Schreibmaschine meiner Eltern) ist dann mein erstes »Buch« entstanden: Heinz und seine Abenteuer. Schon damals war ein gewisser Hang zur Fantasy zu erkennen. Ich habe mittendrin aufgehört, warum kann ich heute nicht mehr nachvollziehen. Genauso kann ich heute nicht mehr sagen, was mich eigentlich dazu getrieben hat, mit dem Schreiben anzufangen.

Das Schreiben hat mich seitdem mein ganzes Leben begleitet. Ich habe recht bald zum Pen&Paper-Rollenspiel gefunden und mich beim Schreiben vor allem darauf konzentriert. Hintergrundgeschichten für meine Spielcharaktere, Beschreibungen von magischen Gegenständen, Örtlichkeiten, Personen oder ganze Abenteuervorlagen und vieles mehr füllten diverse Hefte, bevor ich mich an die Entwicklung eigener Regelsysteme wagte. Davon sind unterschiedliche entstanden, bevor ich irgendwann »mein Baby« gefunden hatte, das später auf den Namen »Samyra« getauft wurde.

Um es abzukürzen und nicht jeden Zwischenschritt zu erwähnen: Samyra hat mich viele Jahre begleitet, in denen es sich stetig weiterentwickelte: eigene Welt, eigene Rassen, Kulturen, Religionen, Kreaturen und ein vollständiges Regelsystem. Zunächst auf vielen, vielen Zetteln zusammengetragen, entstand daraus 2012 das Grundregelwerk, das in gedruckter Form erschienen ist. Das war das erste Buch, das ich veröffentlicht habe. 2017 folgte dann das Zauberbuch, eine Regelerweiterung, die sich auf die Magie fokussierte. Beide Bücher wurden zunächst über eine Online-Druckerei gedruckt und über einen kleinen Webshop verkauft, mittlerweile sind sie beide bei Amazon erhältlich.

Als ich das Grundregelwerk geschrieben habe, habe ich festgestellt, dass die sachlichen Regeltexte kaum die Atmosphäre der Welt transportierten. Sehr spontan habe ich mich daher entschieden, jedes Kapitel mit einem Teil einer Geschichte einzuleiten, die sich durch das gesamte Regelwerk ziehen sollte. Der Plan war, die Geschichte in folgenden Regelbänden weiterzuführen, allerdings stellte sich das schon mit dem Erscheinen des Zauberbuchs als nicht durchführbar heraus. So blieb die Geschichte lange unvollendet.

Warum erzähle ich das alles? Weil noch der letzte Bogen fehlt, wie ich zum Schreiben von Romanen gekommen bin, denn das hängt maßbeglich mit dem Rollenspiel zusammen. Es gab zum einen von meiner Frau, zum anderen auch von einigen Spielern immer mal wieder die Frage, wann bzw. ob die Geschichte aus dem Grundregelwerk weitergeht. Ich hatte durchaus Lust, sie weiterzuschreiben, doch ich wollte nicht noch ein Buch haben, um dessen Vertrieb ich mich kümmern musste. Als ein Schulfreund von mir 2018 eine seiner alten Geschichten überarbeitete und sie bei Amazon veröffentlichte, wurde ich dadurch auf diese Möglichkeit aufmerksam. Und dann ging alles recht schnell: Ich habe die Geschichte aus dem Grundregelwerk überarbeitet, weitergesponnen und schließlich zum Abschluss gebracht. Entstanden ist daraus der Roman »Ailcos Fluch«, der im November 2018 veröffentlicht wurde.

Wow das Schreiben nimmt in deinem Leben wirklich einen ganz besonderen Platz ein mit dieser Geschichte! Bisher ist von dir der Roman „Ailcos Fluch“ erschienen. Was ist das für eine Geschichte? Was macht sie deiner Meinung nach aus, was können die Leser erwarten?

In der Geschichte geht es um Ailco, einen ehemaligen Stadtwächter aus gutem Hause mit entsprechend hohem Ansehen und Reichtum. Wegen eines Fehltritts wird er verurteilt und in die Gefängnisstadt Kal Hadun verbannt. Er muss schnell feststellen, dass dort einiges anders läuft und vieles nicht so ist, wie es scheint. Abgesehen davon, dass seine Weltanschauung völlig auf den Kopf gestellt wird, muss er sich recht bald mit seltsamen Symptomen einer vermeintlichen Krankheit herumplagen. Zusammen mit neu gefundenen Freunden versucht er den Grund und letztlich auch eine Heilung dafür zu finden.

Die Geschichte wird aus Ailcos Sicht erzählt und offenbart somit viel von dem, was in ihm vorgeht. Der Leser nimmt teil an seinen Gedanken, seinen Sorgen und Nöten und erlebt hautnah den durch die »Krankheit« verursachten und sich zuspitzenden Konflikt, der in Ailco tobt. [Mini-Spoiler] Im Verlauf des Buches wechselt die Erzählperspektive immer wieder zwischen Ailco und dem, was sich in ihm eingenistet hat, wodurch der Konflikt zwischen den beiden sehr präsent wird. [Spoiler Ende]

Den Leser erwartet ein klassischer Fantasyroman, der laut Aussage der Rezensenten wohl düster ist. Ich hatte zu Anfang Probleme mit der Bezeichnung, weil es für mich einfach ein normaler Fantasyroman ist, aber mittlerweile weiß ich, was sie damit meinen: Die Umgebung ist unfreundlich, es gibt viele Auf und Abs, nicht alles läuft nach Plan. Ailco – und auch seine Begleiter – sind keine strahlenden Helden, sondern einfach nur vom Schicksal gebeutelt und lange Zeit sieht es so aus, als wäre dieses Schicksal unabwendbar. Gepaart mit einigen unerwarteten Wendungen und einiger Action, entsteht daraus ein spannender Trip durch die Gefängnisstadt Kal Hadun.

Warum hast du dich gerade für das Genre Fantasy entschieden? Was hebt dieses Genre deiner Meinung nach von den anderen ab oder was macht es besonders für dich?

Fantasy war schon immer mein Steckenpferd – und deine Frage bringt mich dazu, das erste Mal darüber nachzudenken, warum das so ist. Eine Antwort zu finden, ist gar nicht so leicht. Ich habe schon immer fast ausschließlich Fantasy gelesen. Ich liebe es, in fremde Welten mit ihren häufig seltsamen Kreaturen, ihrer Magie und ihren eigentümlichen Kulturen einzutauchen und einfach alles um mich herum zu vergessen. Durch das Pen&Paper-Rollenspiel habe ich zudem die Möglichkeit gefunden, das alles (zumindest imaginär) direkt zu erleben und Einfluss darauf zu nehmen. Mit unterschiedlichsten Charakteren Abenteuer zu erleben, ist einfach nur großartig.

Ich habe im Grunde nie bewusst die Entscheidung treffen müssen, im Fantasybereich zu schreiben, weil ich mir nie die Frage gestellt habe. Es war für mich immer klar. Alle Ideen, die in meinem Kopf herumschwirren, kommen aus dem Bereich der Fantasy – ich lebe und liebe dieses Genre. Daher kam nie etwas Anderes in Frage.

Ich liebe an dem Genre die kreative Freiheit. Ich arbeite bereits seit fast zwanzig Jahren an meinem Rollenspiel und vor allem an der damit verbundenen Welt. Und das ist ein Puzzle, das nie zu Ende ist. Ich liebe es, wenn einzelne Bausteine ineinandergreifen oder mit Absicht gegensätzlich sind. Es entstehen immer neue Fragen, die beantwortet werden müssen und für die eine Lösung gefunden werden muss. Wie funktioniert die Welt? Wie funktionieren Gesellschaftsstrukturen? Welche Naturgesetzte gibt es, insbesondere unter dem Gesichtspunkt, dass Magie als zusätzliche Energiequelle genutzt werden kann? Nicht nur während des Spielens, sondern auch beim Schreiben muss ich mir immer wieder neue Antworten ausdenken, die stimmig ins Gesamtkonzept passen.

Ich liebe es, meine Welt nicht nur durch das Spielen, sondern jetzt auch durch das Schreiben weiter lebendig zu machen und darin abzutauchen – und vor allem durch die Romane auch andere davon begeistern zu können.

Wie kommen deine Charaktere zustande? Würdest du uns etwas über ihren Entstehungsprozess erzählen?

Meine Charaktere basieren auf drei Grundlagen: Rollenspielerfahrung, Spontaneität und der Welt.

Ich gehe dabei vor, wie ich es auch mache, wenn ich einen neuen Rollenspiel-Charakter entwerfe. Ich überlege mir einen Grundtyp, beginnend mit der Frage: Kämpfer oder Zauberer? Dann überlege ich mir grob, was der Charakter können soll, wie viel Erfahrung er schon hat und wie gut er seine Fähigkeiten beherrscht. Mit der Frage der Rasse und des Herkunftslandes klären sich grundlegende Dinge wie die allgemeine Persönlichkeit und die Sozialisation. Dann gibt es noch einen sehr oberflächlichen Hintergrund: Beruf, Elternhaus, Stand, Aussehen – vieles davon ergibt sich logisch aus den vorher festgelegten Eckdaten.

Wenn ich beim Schreiben mit den Charakteren »arbeite«, fließt die Spontaneität ein. Am Spieltisch ist es egal, wie detailliert ein Charakter ausgearbeitet ist, er wird immer wieder mit Situationen konfrontiert, über die man sich zuvor nie Gedanken gemacht hat. In solchen Situationen muss man spontan entscheiden, wie er reagiert. Dadurch formt er sich nach und nach immer weiter aus. Ähnlich läuft es bei mir auch beim Schreiben. Wenn es sich passend anfühlt, dürfen meine Charaktere gerne ein Eigenleben entwickeln, selbst wenn mir das mehr Arbeit macht. Dass Ailco Raumangst hat, hätte ich zum Beispiel nicht erwartet. Von den versteckten Fähigkeiten der kleinen Xala will ich gar nicht sprechen (vor allem, weil es ein Spoiler wäre). Die Geschichte von Herok hat sich auch erst beim Schreiben entwickelt und war so nicht einmal im Ansatz geplant.

Über kleine Nebenfiguren (z.B. den Wirt in der Taverne oder den Händler von nebenan) mache ich mir im Grunde gar keine Gedanken, sondern rufe nur meine Rollenspielerfahrung ab. Als Spielleiter muss man sich oft auf die Schnelle Nichtspielerfiguren ausdenken, auf die die Spieler treffen. Nach mittlerweile mehr als 25 Jahren Spielen schüttele ich diese Figuren quasi ohne viel Nachdenken aus dem Ärmel. Auf Basis der Rasse, der Herkunft und einiger spontan durch den Kopf schießender Eigenschaften entstehen dabei Figuren, die zwar keinen besonderen Tiefgang haben, aber authentisch und selbstständig sind, mit eigener Stimme und eigener Persönlichkeit. Grag aus »Ailcos Fluch« ist z.B. einer dieser Charaktere. Obwohl er zu keiner Zeit im Mittelpunkt stand und lediglich die Aufgabe hatte, den Gefährten für eine Nacht eine Unterkunft zu geben, wünschten sich einige Leser, mehr über ihn und seine Geschichte zu erfahren.

Was war bisher das Verrückteste, was du als Autor erlebt hast? Gab es da schon Situationen für dich, die du sonst in deinem Alltag nicht erlebt hättest?

Bisher gab es nichts, was ich als »verrückt« bezeichnen würde, allerdings gab es einige Überraschungen. Vor allem die (bisher) durchweg positiven Reaktionen auf den Roman und die guten bis sehr guten Rezensionen haben mich überrascht. Damit hätte ich niemals gerechnet.

Überhaupt hat mich die Reaktion auf den Roman überrascht. Immerhin hatte ich vorher schon zwei Bücher veröffentlicht, die (das muss man einfach so sagen) sehr viel umfangreicher und aufwändiger waren. Die Reaktionen auf die Regelwerke waren vor allem im Familienkreis deutlich verhaltener und eher im Bereich »Spinnerei« einzusortieren. Der Roman löste dagegen deutlich mehr Anerkennung aus. »So ein dickes Buch«, wurde da gestaunt, obwohl z.B. das Grundregelwerk meines Rollenspiels kaum weniger Seiten hat und es sich dabei um zweispaltige und recht eng beschriebene DIN A4-Seiten handelt. Die reine Textmenge ist also um ein Vielfaches höher als beim Roman. Aber ein »echtes« Buch hat anscheinend einen ganz anderen Stellenwert als ein Regelwerk.

Das wirklich Verrückteste, das ich erleben durfte – und immer noch erlebe – ist die gesamte Buchcommunity. Ihr Bücherwürmer seid alle total verrückt und total liebenswürdig. Ich liebe verrückte Menschen und freue mich, dass ich so viele neue durchgeknallte und begeisterte, super nette und liebe Menschen kennenlernen durfte und darf!

Was wünschst du dir von deiner Zukunft als Autor? Was möchtest du als Autor erreichen?

Ich bin ja erst am Anfang meiner »Karriere«. Zweifellos werden weitere Bücher von mir folgen, aber ich habe mir kein definiertes Ziel gesteckt, sondern lasse erstmal alles auf mich wirken und auf mich zukommen. Ich habe in den letzten Monaten so viele neue Dinge kennengelernt und trotzdem ist noch vieles neu für mich. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass es so weitergeht, dass ich viele Leser mit meinen Geschichten erfreuen kann und dass ich viele neue Leute kennenlerne.

Wie sieht es bei dir hinter den Kulissen aus? Woran arbeitest du gerade?

Ich arbeite momentan an der Fortsetzung zu »Ailcos Fluch«, die im Sommer erscheinen soll. Wenn alles klappt, soll bereits im Winter der dritte und (vorerst) letzte Teil folgen.

Nebenbei entstehen bereits die ersten Ideen für Bücher der »Post-Ailco-Zeit«. Geplant ist auf jeden Fall ein Einzelband, der schon seit geraumer Zeit in meinem Kopf herumspukt. Dann gibt es noch Ideen für zwei längere Geschichten (also vermutlich Reihen) sowie rudimentäre Ideen für weitere Einzelbände.

Alle Planungen sind im Fantasybereich und auf der Welt Samyra angesiedelt – und es ist kein Ende in Sicht. Es ist also zu erwarten, dass in den nächsten Jahren noch einige Geschichten folgen werden.

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Stichwörter: aktuell, autor, interview

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